Nachdem der New Yorker Kevin Devine im Jahr 2006 einen Vertrag mit dem Majorlabel Capitol in der Tasche hat, sieht die Welt für den 26-jährigen Singer/Songwriter für kurze Zeit rosig aus. Capitol Records veröffentlicht "Put Your Hands To Rest" im Herbst 2006 in den USA mit großem Promo-Aufwand, ehe das Label von EMI aufgekauft wird und Kevin kurzerhand wieder vor die Tür setzt, weil er nicht mehr in das nun gestraffte Künstlerprofil passt. Daraufhin nimmt sich sein Stammlabel Fruitcake/Defiance Records seiner an und veröffentlicht das Werk im November 2007 auch in Europa.
ALONE & ACOUSTIC
Alone & Acoustic nennt Marcus Smaller sein Projekt. Der Name stammt übrigens ebenso wie der Albumtitel von Fans und wurde via Internet entschieden. Der Rest stammt von Marcus: die Texte, die Gitarre, die Produktion, der Gesang. Nein, das stimmt jetzt nicht ganz, denn Marcus bekam im Studio Besuch von Freunden – Koma, der Sänger von Julia, und Es-J, der Sänger von Naca 7 sind auf einem Track („End Up Fine“) zu hören, Jo, der Sänger der Killerpilze auf einem anderen („Reflection“). Ex-Schönheitsfehler-Rapper Poser Paul spricht und Agnes Milewski singt wunderschön.
Wunderschön, ein wunderschönes Stichwort: „Into The Unknown“ ist eine Sammlung von Balladen. „Ich schreibe wahnsinnig gerne Balladen“, sagt Marcus. Spannend war, aus seinem reichhaltigen Fundus an Liedern diejenigen auszuwählen, die nicht nur für sich, sondern auch als Ganzes interessant sind. „Es war eine Herausforderung für mich, ein Akustik-Album aufzunehmen, das nicht nach der fünften Nummer langweilig wird.“
Marcus hat seine letzten drei Jahre in den Texten dieser 13 Songs verarbeitet. Und tatsächlich war es auch für ihn eine dreijährige Reise ins Ungewisse, an deren Ende jene CD steht, deren Titel „Into The Unknown“ trägt. „Andere verkaufen ihre Seele vielleicht an den Teufel. Ich habe meine Seele an diese CD verkauft.“
JENNY OWEN YOUNGS
“Ich kann es nicht lassen, mich auf anderer Leute Schoß zu setzen.”
Es scheint so als sei Jenny Owen Youngs eine Voll-Kontaktsportlerin!
“Wenn ich jemanden zum ersten Mal treffe und mein Bauchgefühl mir sagt, dass wir für eine lange Zeit wichtig für einander sein werden, dann nehme ich den Begriff ‘eine Verbindung herstellen’ gerne sprichwörtlich und setzte mich … auf den Schoß der Person. Das ist ungewöhnlich und möglicherweise greift es ein bisschen in die Privatsphäre ein, aber die Menschen erinnern sich beim zweiten Zusammentreffen an einen, wenn man solch eine Intimität mit ihnen geteilt hat.”
Diese Mentalität, die wenig übrig hat für persönliche Grenzen und Kennlern-Regeln, ist das Bindemittel von Jenny Owen Youngs’ Debüt Album. Batten the Hatches ist eine Kollektion von 11 “un-love” Songs, die nichts weniger möchten, als in Deinen Kopf kriechen, um sich dort nieder zu lassen. In der Gestalt von süßen, schmucklosen Arrangements und gefährlich verführerischen Melodien tanzen sie im Walzertakt hinein und tun genau das.
Jedes Stück hat ein Ziel: die körperlose Stimme eines Ex-Liebhabers (“Voice On Tape”), die Whiskeyflaschen, die geleert wurden, um Wunden zu heilen (“Drinking Song”), einen bestimmten beschimpfenswerten Herzensbrecher (“Fuck Was I”) oder die sich auflösende, moderne Struktur von Familie und Zuhause (“Bricks”). Mit bedächtigen Texten und einer lässigen Handbewegung, verwandelt Jenny Poesie und Pein in bescheidene Pop Hymnen.