Sun, 09.12.2007
Doors Open: 21:00
BIG BANG (Nor)
Price: AK 12€ VVK 10€
DJ Rainer Krispel

Bereits Anfang M?rz in ihrer (ehemaligen) norwegischen Heimat erschienen, enterte ?Too Much Yang? die dortigen Albumcharts. Besser: Es kaperte sie in Nullkommanichts und stieg auf Nummer 1 ein. Einen Tag nach seiner Ver?ffentlichung holte das Album Gold. Das ist selbst in Norwegen, wo die Top 50 stets ein Hort unfassbarer Qualit?tsdichte sind, nicht allt?glich.

W?rd sich doch gut machen auf Trikots: bigbang. Stattdessen ?bernimmt so was Gazprom. Dabei gelten bigbang seit ihrer Gr?ndung als die Band, die auf Liveshows mehr Energie freisetzt als ein ganzer Hummer-Fuhrpark. Belege gibt?s. In ebenso n?chternen Verkaufszahlen wie f?r ihr Doppelalbum ?Radio Radio TV Sleep?, das mit Abstand erfolgreichste Live-Album Norwegens, wie in freudetrunkenen Gesichtern auf einer der zahlreichen Shows, die sie zuletzt im Vorprogramm der Raconteurs durch England und in die USA f?hrten.


?ystein Greni ist Songschreiber, Produzent und Kopf von bigbang. Und sein Lebenslauf so nebenher wie dementsprechend eine Art Parabel f?r das Wirken seiner Band. Mit elf Jahren spielt er im norwegischen Fernsehen ?Crosstown Traffic? nach, verlagert seine Interessen ab der Pubert?t vom Griff- aufs Rollbrett, bringt es auch hier zur Vollendung, steht als Amateur-Europameister im Skaten kurz vor dem Sprung ins Profilager, bis ihm eine schwere Knieverletzung den Umzug nach Los Angeles und die sicher geglaubte Karriere vermasselt. Und was macht er? Einfach weiter. Beginnt sich wieder voll auf seine eh nie versiegte Liebe zur Musik zu konzentrieren und avanciert, ohne dass er es darauf angelegt h?tte, mit bigbang zum norwegischen Chartsst?rmer.

Mit all diesem Wissen um die M?glichkeiten der Zwangsumsiedlung vom Villarriba zum Villabajo des Lebens und Zur?ck nimmt ?ystein Greni auch seine Platten auf. bigbang wissen, was sie m?gen und sie wissen, was sie h?ren m?gen w?rden. Dann streichen sie alle Konjunktive und spielen, was ihnen passt. Greni kennt und beherrscht inzwischen mehr Saiteninstrumente als Kapit?n Haddock Schimpfw?rter. Das Tolle ist, dass er sich dennoch zu keiner Zeit zum Gniedeln verleiten l?sst, sondern seine F?higkeiten stets in den Dienst des Songs stellt. Ist man kein Kenner des Metiers und kam man bisher noch nicht in den Genuss, bigbang live zu erleben, man k?nnte verpassen, welch virtuose Kapriolen Greni zu schlagen imstande ist. Was aber sicher nicht zu ?berh?ren ist, ist die welpenhafte Spielfreude, mit der bigbang zu Werke gehen.
So auch nicht f?r David Larring, der als Engineer f?r ?Too Much Yang? gewonnen werden konnte und sich zuvor bereits in den Dienst von Lauryn Hill und Daniel Lanois gestellt hat oder die verschienene Mixer, die an dieses Album Hand anlegen durften wie Michael Ilbert (Cardigans, Hives u.a.), Sylvia Massy Shivy (System Of A Down, Tool etc.) und Ulf Holand (Motorpsycho usw.). Gemastert wurde ?Too Much Yang? in den New Yorker Sony Music Studios von Vlado Meller, der auch bereits Johnny Cash, die Red Hot Chili Peppers, Metallica und diverse andere Gr??en unter seinen Fittichen hatte.

War der Vorg?nger ?Poetic Terrorism? noch eher dem jubilierenden Westcoast-Sound der Siebziger entlehnt, so k?ndet ?Too Much Yang? gleichzeitig von R?ckbesinnung und Neubeginn. Best of both worlds: Der Rock, die auf den Punkt erhitzte Attacke, hat wieder Einzug gehalten. Und wird erg?nzt, umschmeichelt und konterkariert durch hymnische Harmonien, majest?tische Melodien, generell h?chst Ohr umschmeichelnde Songs, die unausweichlichen Magnetismus entwickeln. Junge, junge, Junge! ROCK in Gro?buchstaben.

Musik, die zeitbefreit ist. Die jung klingt und doch seltsam vertraut. Die einen Dreck gibt auf die j?ngste Trendsau, die gerade durchs Dorf getrieben wird. Der es herzlich egal sein kann, ob sie von der Rock-Taliban als ?kompetent gemacht? oder von der Indie-Polizei als ?das n?chste hippe Ding? gefangen genommen wird. Die neue Platte bringt uns (jawohl!) melodisch hochklassigen (jawohl!) Rock mit Wumms, Verve und wirklich wunderbaren, mehrstimmigen Harmonieges?ngen.

Es ist ein Album geworden, dass einem die Freude am Musik machen n?her bringt.
Es ist ein Album geworden, dass einem die Freude am Musik h?ren wiederbringt.
Es ist ein bigbang-Album geworden.
Hurra.


Link: http://www.smallbang.net/
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