Thu, 12.10.2006
Doors Open: 21:00
Voodoo Hop - Dead Brothers
Price:
Schon aus der Ferne kann man sie kommen hören. Eine Prozession. Fünf zerlumpte Gestalten in schlecht sitzenden Anzügen mit schwarzen Zylindern. Schwankend setzen sie einen Fuß vor den anderen...


your spinebending freaks on the turntable:
Wild Evel (Staggers) & Phil Vega$
& bizarre B-movie trash on big screen

Dead Brothers
Schon aus der Ferne kann man sie kommen hören. Eine Prozession. Fünf zerlumpte Gestalten in schlecht sitzenden Anzügen mit schwarzen Zylindern. Schwankend setzen sie einen Fuß vor den anderen. Das Piano hat wohl mal wieder nicht die Finger vom Fusel lassen können, so wurde es zur quietschenden Quetschkommode degradiert. Eine Tuba knarzt den Rhythmus, die Trommel patscht mit jedem Schlag eine Ohrfeige ins Gesicht des guten Geschmacks. Gitarre und Banjo schreien und zirpen so verhallt, als lägen sie schon in der Gruft, die die anderen erst noch ansteuern.
Und dann der Sänger. Er hat einiges gesehen, erzählt Geschichten vom Tod. Der hat viele Stimmen. Mal schleicht er sich wie ein öliger französischer Chansonnier ins Haus ein und entführt die Tochter, mal lässt er mit megaphonverzerrtem unheimlichen Geschrei die Mauern zum Jenseits einstürzen. Oder er streckt mit einem verführerischen Lächeln die Hand aus und sagt freundlich, komm mit mir, ich zeige dir eine Welt, in der alles besser und schöner ist . . . Es ist ein florierendes Unternehmen, das die Gebrüder Tod da führen.
Die fünf musikalischen Bestatter aus der Schweiz kennen keine Konjunkturschwankungen, gestorben wird immer. Und verstorbene Musiker, deren Stücke sie in eigenen Interpretationen zu Grabe tragen können, lassen sich auch immer finden. Die Dead Brothers wissen, dass der Tod viele Gesichter hat. Ausgelassene Polkas, die keine Angst vor dem Ende kennen, spielen sie genauso wie lebensmüde neapolitanische Volkslieder, Sauf-ich-mich-halt-kaputt-Country und Voodoo-Beschwörungen aus den Sümpfen, Blues aus der Todeszelle wie Tom-Waits-Affenzirkus-Jazz. Walzer, die sich immer langsamer drehen, genauso wie Trauermärsche voller Schadenfreude. Oder den Ramblin' Man von Hank Williams. Ein Konzert der Genfer Dead Brothers - nicht etwa ganz besonders morbide Gesellen, sondern allesamt ehrbare Jazzer und Theatermusiker - ist ein Spektakel für sich. Besseres als diesen Tod finden Sie an einem Novembertag so schnell nicht.

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