Mon, 20.08.2012
Doors Open: 18:00 | Contrails: 21:00 | Clara Luzia: 22:00
Acoustic summer in the city - LIVE: CLARA LUZIA (A) + CONTRAILS (A)
Price: Free!
Sommer, Sonne, Bierchen? Feine Sache! Und dazu noch eine Akustikshow eurer Lieblingsbands bei freiem Eintritt? Der Oberhammer!
Wie letztes Jahr lädt euch das B72 auch im Sommer 2012 jeden Montag zu Lagerfeuerhits ohne Lagerfeuer ins B72. Püntklich zu Wochenbeginn stehen eure Lieblingsbands auf der B72 Bühne, lassen Gitarrentürme, Synthieburgen und Basskühlschränke daheim und begnügen sich mit Akustikklampfen, Glockenspielen und Stimmen. Dargeboten wird die reduzierte und puristische Form der eigenen Songs ohne lärmendes Beiwerk. Und dies alles bei freiem Eintritt, an jedem Montag, den ganzen Sommer lang, im B72.


„The waving ones are us, don’t you recognize me, been waiting here for years, for someone to guide me home [...] we trust that everything is falling into place” - The waving ones

Auch das vierte Album „Falling Into Place“ bekommt für CD + Vinyl den Release-Monat April (15.04.2011). Zwei Jahre nach „The Ground Below“ deutet zumindest der Titel der neuen Platte von Clara Luzia (Asinella Records / Hoanzl) auf ein Werk hin, bei dem sich alles zusammenfügt.

Vielleicht ist unter anderem das Vertrauen auf die eigenen Produktions-Fertigkeiten ein kleiner Teil des neuen, fertigen Bildes, des gelungenen Puzzles „Falling Into Place“. Denn produziert wurde das neue Clara-Luzia-Album diesmal vorwiegend in Eigenregie von Clara Luzia und ihrer Band (Ines Perschy: Drums, percussion, backing voc / Heidi Dokalik: Cello, backing vocals / Max Hauer: Piano, guitar, bass, ukulele, percussion) mit Unterstützung eines „Ohrs von außen“, nämlich Hubert Mauracher (Mauracher, Ping Ping), der gemeinsam mit Philipp Staufer (Soundengineering, Mixing) für den warmen, erdigen Grundsound der Platte – und die hervorragende Stimmung während des Produktionsprozesses - gesorgt hat.

Doch kein Aufschwung ohne Fall. „The greatest fear is yet to come.“ Beim Opener „We can only lose“ sucht man noch vergeblich nach Zuversicht, Glückseligkeit oder innerem Frieden. Dieser schwermütige Song markiert einen Wendepunkt. Hier beginnt die Geschichte von der Neurodnung des eigenen Lebens, die schlussendlich mit dem Titel „Falling Into Place“ ein versöhnliches Ende findet. Es geht um das Spannungsverhältnis zwischen Verzweiflung und Zuversicht, Veränderung und Akzeptanz, Althergebrachtem und Neugelerntem – die innere Zerissenheit dazwischen und der Begriff Leben, der all dies umfasst.

„Love in times of war“ bricht beispielswiese die sehr komplexe Fragestellung der Widersprüchlichkeit des Menschseins an sich auf scheinbar Banales herunter. Auch das Unbehagen mit Konstrukten wie ‚Nation’ oder ‚Gott’ („Colours“) und sämtlichen Vorstellungen vom Ewigen Leben („Snowwoman“) werden thematisiert, ebenso das Thema Gier („How the mighty fall“). Die ewigen Fragen der Menschheit werden hier verhandelt, denn auch „The Scale“, das wieder und wieder daran gemahnt, dass Nehmen auch Geben impliziert, ist nicht erst heute aktuell.

Die innere Zerrissenheit an den Weggabelungen des Lebens ist bei „Release The Sea“ am deutlichsten spürbar: Eine Nordseeinsel im Februar. Kälte und Krankheit und die Frage, wie es weitergehen kann. Auf der Suche nach Ruhe wird das Chaos im Kopf immer lauter. Als Clara Luzia beim Arrangieren Max Hauer die Bilder vermittelt, die sie beim Schreiben des Liedes begleitet hatten, hat er seine Klavierparts innerhalb weniger Minuten beisammen. „Ich kann es immer noch nicht fassen, wie präzise er dieses Gefühlschaos auf den Punkt bringen konnte, mit welch großem Gespür er mein Wirrwarr in Musik übersetzt hatte,“ meint Clara.

Diese Platte entstand in einem musikalischen Freiraum, wo alles klingen darf, was klingen soll. So zitieren Heidi (Cello) und Roswitha Dokalik (Bratsche) in „Sink like a stone“ das jüdische Lied „Tsen Brider“ und heben dadurch die große Melancholie des Liedes, das todtraurig und doch lebensfroh zugleich sein will, auf eine noch höhere Ebene. Das besondere Zusammenspiel von Schlagzeug und Klavier macht „Love in times of war“ zum momentanen Bühnen-Favoriten der Band. Ines Perschy verleiht dem Song „The waving ones“ einen deutlich hörbaren Touch von eleganter Coolness und ohne die Cello-Spuren von Heidi Dolak würde „Frame“ immer noch an den Gitarren lastigen Inspriations-Song „Rialto“ von Laura Veirs erinnern. Für das Arrangement von „I Fall I Fall I Fall“ hatte Clara Luzia anfangs nur eine grobe Dynamik und Grundstimmung im Kopf, bis Max mit Ukulele, Baglama und Charango dem Song einen besonderen Charme verlieh.

Das neue Werk von Clara Luzia ist selbszitierend „eine Befreiung. Es ist kein Ankommen, aber ein Weg“ und ein Sich-fallen-Lassen an einen Ort, den sie selbst bestimmen kann. Auf diesem Weg begleitet sie wieder ein durchkomponiertes Artwork von Sarah Haas, und auch die Figur von Sadi Güran bleibt weiterhin an Clara Luzias Seite.

„Falling Into Place“ beantwortet eine ganze Menge Fragen und wirft dabei nicht weniger neue auf. Nicht zuletzt die, ob Clara Luzia „Forty“ in ein paar Jahren wird umbennen müssen: Diesen Song hat sie bereits mit 26 Jahren geschrieben - damals hieß er „Thirty“.

CONTRAILS

Schon wenn die ersten Töne erklingen, verharrt man, lauscht und wartet. Streicherklänge erheben sich wie aus dem Nichts und formen einen mit Spannung aufgeladenen Klangnebel. Sie laden ein, der Ungewissheit, wo diese Töne wohl hinführen mögen, zu folgen. Schlagzeug und Gitarre gesellen sich dazu und treiben diese Klangwolke vor sich her, verleihen ihr Basis und Kraft. Sie stellen den nebulösen Beginn automatisch scharf, wie die Linse einer Kamera. Und wenn der Sänger diesem Klangbild seine Stimme und somit auch die Form gibt, wird eines klar: Hier handelt es sich um das Zusammenspiel mehrerer Elemente.

In dieser Musik hat jeder der Musiker seinen Platz, jeder ist dringend erwünscht. Ab und zu denkt sich nun vielleicht einer, den Stil von Contrails bereits langsam durchschimmern zu hören. Doch das sechsköpfige Bandteam hat nicht vor, es seinen Zuhörern so einfach zu machen. Was wir zu hören bekommen sind Songs, die durch und durch ins Ohr gehen. Abwechslungsreich in Form und Emotion, geprägt von einem unverkennbaren Stil. Allem voran unterscheidet sich dieser wohl auch wegen seiner instrumentalen Ausnahmebesetzung.

Denn nicht nur durch die Verbindung von ausdrucksstarken Harmonien und beseelten Melodien, die auch ohne Text ganze Geschichten erzählen könnten, sticht Contrails klanglich hervor. Sondern auch durch die Vorliebe von Contrails für pure Instrumentalklänge, die nicht das Ergebnis von Keyboards oder verzerrten Synthesizern sind. So kommen zum Beispiel neben der durchaus typischen Bandbesetzung auch Geigen zum Einsatz, die live und auf CD ein abwechslungsreiches Seh- wie auch Hörerlebnis bieten.

Inspirieren ließ sich die Band durch den Bossa Nova der 60er Jahre, der selbst die müdesten Knochen zum Mitschwingen bringt. Jazz Elemente vermischt mit verspielten Pop-Melodien. Eine Band, die mit der Tatsache besticht, beeindruckende, fesselnde Musik von Tiefgang zu produzieren, ohne dabei in gewöhnlichen Mainstream-Pop abzudriften. Man begebe sich also auf die Reise, auf die Contrails einen mitnehmen wollen und lasse sich überraschen, wohin sie führt!


Link: https://www.facebook.com/events/221593977952572/
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